Forschung
Das Institut für Völkerrecht befasst sich mit folgenden Forschungsschwerpunkten:
- Völkerrechtsgeschichte des 20. Jahrhunderts
- Aktuelles Völkerrecht in der Krise
- Verfassungsrecht mit internationalen Bezügen
Geschichte des Instituts
1925 beschloss die Juristische Fakultät der Universität zu Köln die Einrichtung einer dritten Professur für Öffentliches Recht; fünf Jahre später wurde der entsprechende Lehrstuhl bewilligt. Im selben Jahr folgte Hans Kelsen dem Ruf nach Köln, wurde im August 1930 zum ordentlichen Professor ernannt und übernahm die Leitung des Instituts für Völkerrecht und Internationales Recht.
In den folgenden Jahren wurde das Institut mehrfach umbenannt: zunächst in „Institut für Staatslehre und Völkerrecht“ (1933–1934), anschließend in „Institut für Völkerrecht“ (ab 1934) sowie in „Seminar für Völkerrecht“ (ab 1937). Seit 1950 trägt es den Namen „Institut für Völkerrecht und ausländisches öffentliches Recht“.
Im Zuge der Gleichschaltung der Universität wurde Kelsen im April 1933 beurlaubt. Die kommissarische Leitung übernahm zunächst Carl Schmitt (Mai bis Oktober 1933), anschließend Godehard Josef Ebers bis September 1935. Danach vertrat Walter Hamel den Lehrstuhl, bis im April 1937 Hermann Jahrreiß einen Ruf an die Universität zu Köln annahm.
Nach der Schließung der Universität im Oktober 1944 wurde sie am 10. Dezember 1945 wiedereröffnet. Jahrreiß blieb bis zu seiner Emeritierung 1964 Direktor des Instituts. Ihm folgte Ignaz Seidl-Hohenveldern, der das Institut bis 1981 leitete. Von 1983 bis 2001 stand Hartmut Schiedermair dem Institut vor. Von 2001 bis 2023 leitete Bernhard Kempen das Institut für Völkerrecht und ausländisches öffentliches Recht.